Anima
von Verena Raupach (Copyright)
Ich als Einzige erkenne
in den Augen der Katzen
das was sie sind:
Edelsteine aus der Familie
der Schlangen
heiligmäßige Tiere aus
dem Tempel der Nuth
Regenbögen
aus rostigem Rot
schweflig wie die Haut der Natter
und lüstern wie das Korsett der Nacht
Ich sehe das Tier
wie es weichkernig
in die Büsche strebt
in sanftester Absicht
dort
das weiß ich
die Maus erwartend
jenes spitznasige Geschoß
Zuvor aber
ganz gewiß
leckt es die zarte Rose
seiner Pfote
die stets als Knospe verharrt
doch jäh erblüht zu voller Pracht
wenn sie
gleichsam fleischfressend
sich über dem Filz der Maus schließt
und sie verdaut
bis auf einen lächerlichen Rest
Oh ja
erkennt in den Augen der Katzen
das was sie sind:
Schimmernde Netze
in denen Sterne zappeln