Evolution

von de Ginder (Copyright)

Es ist viele Jahre her
Da war ich nichts
Ein Gedanke im Nichts
Gefangen war ich in mir selbst
Ich war dabei, als Sterne geboren wurden
Als man dem Licht sagte, es sei
Ich war Magna, das sich entzündete
Ich war mittendrin, im Aufruhr
Man spie mich aus
Da ward ich zum Feuerfluß
Nach langen Jahren der Ruhe
Schreckte mich ein Blitz
Und ich flüchtete mich in einen Regentropfen
Im Meer versammelten wir uns
Zu heiteren Wellenspielen
der Wind trug mich fort
Im Boden versank ich
Dann wurde ich in Stengel gesogen
Tausend Kanäle führten mich
Ich war ein Blütenblatt
Bienen umarmten mich
Der Herbst ließ mich welken
Der Winter ließ mich frieren
Der Frühling führte mich zu einer Kastanie
Kinder spießten mich auf
In finsteren Ecken vergaß man mich
Bis ein Reh mich aß
Da ward ich Haar
Verendet der Träger
Wurde ich mitgenommen
Und über eine Tür gehangen
Und wäre da nicht ein Feuer gekommen
Ich säße noch dort
Aufgelöst wurde ich Herz
In menschlichem Leib
Zum Takt des Gebers
Rüttelte man mich
Bis die Stille,
bis Maden kamen.
Es wurde dunkel im Land
Bis man mir die Nabelschnur durchtrennte
Da ward ich endlich frei

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