Knast

von Eduard Breimann (copyright)

Hab’ ich …? Ja, ich ging zu weit;
von Verzweiflung getrieben.
Nun wird meine Geschichte
im Knast weiter geschrieben.

Die Stimme meines Richters:
mir war so elend und schlecht.
Acht Jahre! Ab in den Bau!
Ja, das war’s; sie sprachen Recht.

Tote, qualvolle Stille,
unendlich dröhnt die Leere.
Unentwegt die Gedanken:
hätte ich doch … Was wäre …?

Ich bin ein Torso, ein Nichts,
weggesperrt im Niemandsland.
Alles erscheint ohne Sinn,
jedes Tun ohne Verstand.

Die Welt hat hohe Mauern.
die Tage schmecken bitter.
Nur mein armer Geist ist frei,
der Körper hinter Gittern.

Verflucht sind wir hier drinnen.
Hätten sie mich doch gehenkt.
Ist denn niemand da draußen,
der mich liebt, der an mich denkt?

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