Che Guevara – Interview mit dem Jenseits -

von de Ginder (Copyright)

Neulich hatte ich Gelegenheit einen Mythos zu interviewen. Es war dies Dr. med. Ernesto Guevara Lynch de la Serna, besser bekannt als Che Guevara. Geboren in Argentinien, studierte er zunächst Medizin in Buenos Aires und wurde später zum Symbol des Freiheitskampfes. Als Guerillero, überzeugter Marxist und politischer Kommunist stürzte er zusammen mit Fidel Castro den kubanischen Diktator Fulgenicio Batista. Den Beinamen „Che”, was in der argentinischen Redensart Kumpel heißt, bekam er in der Zeit seiner Ausbildung als Guerillakämpfer. Nach geglückter Revolution war Che Guevara Chef der kubanischen Staatsbank und dann Industrieminister, bis er im Jahre 1965 alle Ämter niederlegte und zunächst im Kongo und dann in Bolivien erneut den Kampf gegen Diktatur und Imperialismus aufnahm. Che Guevara wurde unter Mithilfe des amerikanischen CIA im bolivianischen Guerillakampf aufgespürt und am 9. Oktober 1967 auf Befehl des bolivianischen Präsidenten René Barientos erschossen.
Den Kontakt ins Jenseits stellte wiederum das Trance-Medium Fredericke Bartenstein her.

DeGinder: Herr Guevara, wenn ich heute so auf jenes Land sehe, daß sie einst zusammen mit ihrem Freund und Verbündeten Fidel Castro aus der Diktatur geführt haben, dann fallen mir augenscheinliche Parallelen zu Militärdiktaturen auf, obwohl die reife Frucht der Revolution ja eigentlich in die Hände des Volkes gefallen ist. Wie sehen sie das?
Guevara: Die Geschichte des Klassenkampfes und der Arbeiterbewegung hat leider gezeigt, daß Theorie und Praxis stark voneinander abweichen.
DeGinder: Können sie das ein wenig präzisieren?
Guevara: Der Mensch ist auf der einen Seite eine Kämpfernatur und in vielen steckt ein starker Sinn nach Gerechtigkeit, so wie das bei mir auch ist. Auf der anderen Seite aber neigt der Mensch zur geistigen und körperlichen Trägheit. Diese Trägheit ist es, die den Kommunismus zum Scheitern brachte, nicht die marxistisch-leninistischen Ideen.
DeGinder: Wenn ich aber das System der ehemaligen Sowjetunion sehe oder meinen Blick auf China richte, dann erkannte und erkenne ich dort aber keine Diktatur des Proletariats, sondern eher eine Diktatur der Macht – eine Diktatur der Herrschenden, die jeden Andersdenkenden gnadenlos verfolgt und somit die Freiheit von Denken und Handeln beschränkt, was ja nicht im Sinne der historischen Mission der Arbeiterklasse sein kann.
Guevara: Da haben sie vollkommen recht. Das hat auch nicht viel mit den Zielen eines friedlichen Übergangs zum Sozialismus zu tun, was wir da sehen.
DeGinder: Sie können das vom Jenseits aus sehen?
Guevara: Ja natürlich. Mein Kampf ist noch nicht zu Ende. Ich bin beauftragt, als geistiger Führer die Länder in denen Diktatur und Unfreiheit herrscht, aus ihrem Dilemma herauszuführen.
DeGinder: Dann waren sie quasi direkt am Sturz des sowjetischen Reiches sowie am Fall der Berliner Mauer beteiligt?
Guevara: Ja, ich habe daran mitgewirkt.
DeGinder: Wie darf man sich das denn so eigentlich vorstellen? Wie sieht den ihr Wirken aus?
Guevara: Wir legen den Menschen positive Gedanken in ihr Herz. Dadurch wächst in ihnen der Wunsch nach Veränderung.
DeGinder: Aber die Veränderungen werden doch brutalst möglich unterdrückt, wenn ich da nur an die Friedensbewegung in China denke.
Guevara: Wir wirken nicht nur auf das Volk ein, sondern auch auf die politischen Führer. Und wir kümmern uns auch darum, daß die richtigen Führer zur richtigen Zeit am richtigen Platz sind.
DeGinder: Wenn ich sie richtig verstehe, haben sie dafür gesorgt, daß nach dem Tod des Generalsekretärs der KpdSU, Leonid Breschnew im Jahr 1982, die Nachfolger und Hardliner Juri Andropow im Jahr 1984 und Konstantin Tschernenko im Jahr 1985 durch ihren Tod relativ schnell wieder von der Weltbühne verschwanden, um mit Michail Gorbatschow einen gemäßigten Politiker zu bestellen?
Guevara: Erst mit Gorbatschow, Glasnost und Perestroika konnte die Wende geschafft werden. Ohne ihn hätte es 1988 keinen Rückzug aus Afghanistan und kein Ende des Militärkommunismus, beginnend in Ungarn, gegeben.
DeGinder: Und das Ende der Herrschaft ihres Mitstreiters Fidel Castro, ist das auch schon eingeläutet? Immerhin befindet sich Kuba auch in einer großen Krise, zumal die Hilfen aus dem kommunistischen Bruderland ausgeblieben sind.
Guevara: Wer konnte auch ahnen, daß die Sowjetunion Kuba zu einem Vorposten ihrer Machtinteressen erkor. ..
DeGinder: Entschuldigen sie bitte, aber hier muß ich einmal einhaken. Zum Zeitpunkt der Kuba Krise 1962, als die Sowjets in Kuba Raketenabschußrampen stationierten, da waren sie doch mit in verantwortlicher Position.
Guevara: Ja schon, aber wir waren naiv und waren auf die Hilfe eines sozialistischen Brudersaates angewiesen, da wir nach der Enteignung der herrschenden Klasse beim Neuaufbau des Landes mit leeren Händen dastanden.
DeGinder: In Kuba zeichnet sich dann wohl auch ein Ende eines der letzten Säulen des alten kommunistischen Systems ab, oder wie sehen sie das?
Guevara: Wir arbeiten auch daran. Sobald Fidel abberufen wird fällt auch diese Bastion.
DeGinder: Ich sag ja immer: Jedes Volk erhält den Führer, den es verdient hat. Aber wie ich sie jetzt verstanden habe, haben sie sich wohl generell vom Kommunismus losgesagt, dabei waren sie eine Galionsfigur des selben.
Guevara: Was für ein Witz, sie haben meine sterblichen Überreste 1997 nach Kuba überführt und in einem Mausoleum in Santa Clara beigesetzt. Sie hätten mal Jesus Christus ein solches Grabmahl errichten sollen. Wenn man einmal die Losung Jesu „alle Menschen sind vor Gott gleich” richtig verstanden hat, dann wird man auch verstehen, was wahrer Kommunismus ist – Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in der Liebe zueinander.
DeGinder: Wollen sie damit sagen, daß Jesus im Grunde genommen ein Kommunist war?
Guevara: War? Er ist es noch immer – und wir sind seine Diener.
DeGinder: Sie sprechen immer von wir. Wer ist wir?
Guevara: Seine Werkzeuge, Helfer, wie du willst, Bruder.
DeGinder: Sind sie sowas wie Engel Gottes?
Guevara: So in der Art.
DeGinder: Wie ich sehe, kämpfen sie jetzt mit ganz anderen Waffen, als zu ihren Lebzeiten.
Guevara: Es war ein Fehler Umstürze mit Waffengewalt zu erzwingen. Könnte ich das Rad der Geschichte noch einmal zurückdrehen, ich würde als Prediger durch die Lande ziehen und die Menschen mit friedlichen Mitteln dazu bewegen unliebsame Diktatoren zu vertreiben.
DeGinder: Dies war ein interessantes Gespräch. Ich danke ihnen für die Zeit, die sie mir geopfert haben.
Guevara: Hier spielt Zeit keine Rolle, die Vergänglichkeit hat aufgehört zu existieren, nicht aber das, was einen Menschen ausmacht.
DeGinder: Danke sehr.
Guevara: Nichts zu danken.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Go back to top