Die Rückkehr
von Urte Skaliks (Copyright)
Ich habe meine Stadt verloren.
Ich fuhr durch meine Stadt durch die ich ging als ich jung so jung noch war.
Ich glaubte zu wissen wo ich fände was ich finden wollte.
Ich fuhr und fuhr vorbei und kannte nicht was ich zu kennen noch glaubte. Und es wollt Abend werden.
Hier wurden wir doch die wir werden sollten.
Was klein krumm vertraut eng sternförmig sein sollte leicht begehbar war breit und gerade kanalisiert geordnet geändert begradigt geregelt.
Hier fragten wir doch nach unserem Weg.
Was leere Stätten sein sollten starrte mit gläsernen Palästen schmaler Abzweig der Feldweg: jetzt sechsspurige Ausfallstraße glitzernde Shops Lotto Toto Wetten Spielhalle an Spielhalle ins Unendliche keine Wendemöglichkeit einzelne erleuchtete Fenster hoch oben im Glas.
Hier sprachen wir doch vertraut in den Feldern.
Straßenbau Umleitungen Richtungen Baustellen Wegweiser Schneisen ins Dunkle gewunden in gleißende Kolonnen vielleicht Ortskundiger gezwängt in Beton zu schnell keine Wahl keine Frage nach dem Weg.
Hier lebte doch der noch unverdächtige Wald.
Ich hatte meine Stadt verloren.
Schon auf dem Rückweg schon auf der Flucht doch noch zurückgekehrt doch noch weitergesucht aus den blendenden Kolonnen endlich scherte ich aus.
Und da endlich noch fand ich ihr Herz.
Ein parkender fast schon fahrender Wagen am Rande eine ältere Frau ein Wort eine Wendung eine Durchfahrt eine Richtung ein Weg ein uraltes Ziel: angekommen.
Hier spielten wir doch Mozart.