Franz Josef Strauß – Interview mit dem Jenseits -
von de Ginder (Copyright)
Nicht uninteressant war mein Gespräch mit Dr. h.c. Franz Josef Strauß, Münchner Urgestein, ehemals Bundesminister für Atomfragen, für Verteidigung, für Finanzen und Ministerpräsident des Freistaates Bayern, der am 3.Oktober 1988 in Regensburg verstarb.
Die Verbindung in die Geisterwelt stellte wiederum das Trance-Medium Fredericke Bartenstein her.
DeGinder: Herr Dr. Strauß, wie geht es ihnen?
Strauß: Bis zu diesem Zeitpunkt hier ging es mir noch gut.
DeGinder: Als sie noch auf der guten alten Erde weilten, waren sie ja nicht besonders gut auf Journalisten zu sprechen, ich denke da nur an die Spiegelaffäre 1961.
Strauß: Das können sie laut sagen, aber zum Glück gibt es hier keine solchen Ratten und Schmeißfliegen.
DeGinder: Wo sind sie denn so eigentlich, in der Hölle oder im Himmel?
Strauß: Also die Hölle kann es schlecht sein, noch habe ich hier keine mit einem Dreizack bewaffnete, geschwärzte Gesellen und auch keine heißen Kohlen gesichtet.
DeGinder: Nun, so wird es wohl der Himmel sein. Aber sagen sie, vertragen sie sich denn mit all den Sozialisten und Kommunisten?
Strauß: Was für Sozialisten? Hier gibt es kein linkes Pack und ein Kommunistenhimmel ist das hier schon lange nicht.
DeGinder: Ach, dann haben sie zum Beispiel Willy Brandt oder Herbert Wehner noch gar nicht getroffen.
Strauß: Gott bewahre! So weit käme es noch, daß die ordnungspolitischen Grundsätze eines christlichen Himmelbildes durch radikallinkes Gesindel unterwandert würden.
DeGinder: Wenn sie noch keinen oppositionellen Politiker getroffen haben, was meinen sie da, schmoren die da alle in der Hölle?
Strauß: Aber selbstverständlich. Die Fehler und Versäumnisse eines antichristlichen politischen Lebenswandels zieht in der Regel halt seine Automatismen nach sich. Ja stellen sie sich vor, es bestünde eine Konjunktur im Jenseits bei der auch Kommunisten hier Einzug halten dürften, das käme ja einem Offenbarungseid Gottes gleich. Oder meinen sie, Mitglieder der FDP mit ihrer Charakterlosigkeit hätten im Himmel was zu suchen?
DeGinder: Aber sagte nicht Jesus, daß alle Menschen gleich sind? Die ehrliche Nächstenliebe ist doch auch eine Art Kommunismus.
Strauß: Paperlapap. Mit ihren linken Reden können sie vielleicht kleine Kinder zum Staunen bringen, aber nicht gestandene politische Eichen. Was will denn ein Marx hier bei uns im Himmel, einen Streit vom Zaun brechen? Der wird sich hüten. Welche Parteien haben denn ein C in ihrem Programm? Das sind doch wir von der CDU/CSU!
DeGinder: Na, mit dem christlichen Lebenswandel haben sie es doch zu Lebzeiten auch nicht all zu ernst genommen, oder irre ich mich da? Man hat ihnen doch Korrumpierbarkeit vorgeworfen, ich denke da nur an den Starfighter, Milliardenkredite an die frühere DDR etc.
Strauß: Ihr dämliches Geschwätz können sie sich sparen. Was wissen sie denn, was ich für die Bundesrepublik Deutschland über seine Grenzen hinaus alles geleistet habe? Mein Freund Eduard Zwick hat mir bei seiner Ankunft erzählt, daß man nach mir Straßen benannt hat und sogar der neue Münchner Flughafen trägt meinen Namen.
DeGinder: Aber eine Schwäche für die Frauen haben sie doch zumindest immer gehabt! Man hat ja sogar mal ihre Brieftasche in einem New Yorker Bordell gefunden.
Strauß: Ja himmelherrschaftszeiten. Soll das hier ein Verhör sein? Zeigen sie mir einen Mann, der keine Schwäche für Frauen hat!
DeGinder: Ich meinte ja auch nur wegen dem C in ihrem Parteinamen.
Strauß: Wenn ich von der Sache her nicht recht hätte, wäre ich dann hier im bajuwarischen Himmel?
DeGinder: Da haben sie auch wieder recht. Aber daß der Himmel bajuwarisch sein soll, das ist mir neu.
Strauß: Auch der dümmste Bauer kann noch was dazulernen und jetzt entschuldigen sie mich bitte, ich bin mit Erich Honecker zur Jagd verabredet.
DeGinder: Na, dann lassen sie sich mal nicht abhalten und danke für das Interview.
Strauß: Das können sie sich sonstwohin stecken.