Heinz Erhardt, der Komiker – Interview mit dem Jenseits -

von de Ginder (Copyright)

Heute sprach ich mit Heinz Ehrhardt, Schauspieler, Komiker und Komponist.
Erhardt, Träger des großen Verdienstkreuzes, war DER Komiker der 50er und 60er Jahre. Der Spruch „Noch´n Gedicht” wurde zu seinem Markenzeichen. Bekannt wurde er nicht nur mit humoristischen Gedichten, sondern auch mit Filmen wie „Immer die Radfahrer”, „Natürlich die Autofahrer” oder „Drei Mann in einem Boot”. Im Fernsehen sah man ihn u.a. als den Finanzbeamten „Willi Winzig”. Unvergessen bleibt nicht nur er, sondern auch seine Bücher, u.a. „Das große Heinz Erhardt Buch”.
Heinz Erhardt starb am 5. Juni 1979 im Alter von 70 Jahren.
An dieser Stelle gilt mein Dank dem Trance-Medium Fredericke Bartenstein, denn ohne sie hätte ich den Kontakt ins Jenseits nicht herstellen können.

DeGinder: Herr Erhardt, wie geht es ihnen?
Erhardt: Es geht mir wie Worte in einem humoristischen Gedicht.
DeGinder: Wie meinen sie das?
Erhardt: Man schüttelt sie, man reimt sich was auf sie zusammen und vor allem, man benutzt sie, um auf ihre Kosten zu lachen.
DeGinder: Sind sie eigentlich im Jenseits noch immer der gleiche Spaßvogel?
Erhardt: Sie ham wohl ´nen Vogel zuviel in ihrer Kuckucksuhr, warten sie, ich zeig ihnen gleich den selben.
DeGinder: Wie ich sehe sind sie ganz der Alte.
Erhardt: So alt wie sie bin ich schon lange, auch wenn ich früher viel jünger war.
DeGinder: Sie galten ja im Nachkriegsfernsehen als der Humordichter schlechthin. Können sie mir nicht eine kleine Kostprobe ihres Könnens geben?
Erhardt: Schlecht hin?
DeGinder: Ich meine natürlich den Humoristen par exellance.
Erhardt: Soll das hier ein Fremdsprachenkurs werden oder wie?
DeGinder: Eigentlich wollte ich nur ein kleines Gedicht von ihnen.
Erhardt: Wie wollen sie es denn haben? In Farbe oder buntig?
DeGinder: Egal!
Erhardt: Bei Meier nagt der Holzwurm im Regal
Fällt dann um, war ja nicht mein´s, mir doch egal
DeGinder: Noch´n kleines Gedicht, bitte!
Erhardt: Na gut. Kleine Gedichte sind ja auch viel kürzer. Warten sie mal…
Es war einmal ein kleines Gedicht
Doch dem gefiel es wirklich nicht
so klein zu sein
Sprang in den Rhein dann rein
Es schluckte Wasser und war tot
Seit dem hab ich mit kleinen Gedichten meine Not.
DeGinder: Danke sehr. Sind sie glücklich, dort wo sie sind?
Erhardt: Glück ist wenn man im Traum furzt.
DeGinder: Herr Erhardt, wie finden sie eigentlich die heutigen Komiker so?
Erhardt: In dem ich sie suche.
DeGinder: Ich meine, was halten sie von denen, die sich als Komiker bezeichnen?
Erhardt: Viele von denen sind ganz schöne Komiker, machen dem Publikum vor, sie wären Komiker, haben aber Gedankenarthrose und lassen sich von Ghost Reitern was zusammenreiten – äh reimen. Das einzige was die von Kunst verstehen ist der Kunstrasen zu Hause auf´m Balkon.
DeGinder: Da haben sie recht. Aber jetzt mal Ernst beiseite, was machen sie so im Jenseits?
Erhardt: Jenseitiges!
DeGinder: Wie darf man sich das vorstellen?
Erhardt: Meine Kollegen und ich, wir sorgen für das Lachen im Himmel. ´S wär ja sonst kein Himmel, wenn da nicht gelacht werden könnte. Das wär ja sonst wie in einem Weinlokal in dem es keinen Wein gäbe, oder wie ´ne Autobahn ohne Auto und ohne Bahn.
DeGinder: Wer sind denn so ihre Kollegen?
Erhardt: Ach da gibt´s ´nen ganzen Haufen, aber nicht was sie jetzt denken.
DeGinder: Zum Beispiel.
Erhardt: Ja wir spielen auch nebenbei.
DeGinder: Nennen sie mir doch ein paar Namen.
Erhardt: Stan, Oliver, Karl, Louis, Peter, Jarly,. Noch mehr?
DeGinder: Das reicht schon. Ich kann mir gut vorstellen, daß zu Peter der Nachname Frankenfeld gehört und zu Karl der Valentin.
Erhardt: Peter Valentin und Karl Frankenfeld würde ja auch zu blöd klingen.
DeGinder: Ich bedanke mich recht herzlich für dieses Interview und machen sie´s gut.
Erhardt: Zum Abschluß noch´n Gedicht?
DeGinder: Gerne!
Erhardt: Der Hirsch der röhret ganz gemein
Er wird wohl nicht zufrieden sein
Da ergibt sich eine Frage
Ham die Rehe ihre Tage?

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